Entgeltpunkte
Was ist ein entgeltpunkt in euro wert?
Entgeltpunkte erklärt: wie aus deinem Gehalt Rentenansprüche werden, was ein Punkt 2026 kostet und an Monatsrente bringt, warum es pro Jahr höchstens knapp zwei gibt und was Entgeltumwandlung damit macht.
Entgeltpunkte sind die Recheneinheit der gesetzlichen Rentenversicherung: Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient, erhält einen Entgeltpunkt. Bei Rentenbeginn wird die Summe der Punkte mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert; seit dem 1. Juli 2026 bringt ein Punkt 42,52 Euro Monatsrente.
Einsteiger-Block
Die gesetzliche Rente funktioniert im Umlageverfahren. Deine Beiträge fließen direkt an die heutigen Rentnerinnen und Rentner, ein Konto mit Euros gibt es nicht. Was du stattdessen sammelst, sind Entgeltpunkte. Sie halten fest, wie viel du im Vergleich zu allen anderen Versicherten verdient und eingezahlt hast.
Die Rechnung ist einfach: Dein beitragspflichtiges Entgelt eines Jahres wird durch das Durchschnittsentgelt desselben Jahres geteilt (§ 70 Abs. 1 SGB VI). Verdienst du genau den Durchschnitt, bekommst du 1,0 Punkte. Verdienst du die Hälfte, 0,5. Für das laufende Jahr gilt ein vorläufiges Durchschnittsentgelt, für 2026 sind das 51.944 Euro.
Beim Rentenbeginn werden alle Punkte zusammengezählt und mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Er liegt seit 1. Juli 2026 bei 42,52 Euro, vorher waren es 40,79 Euro. Dazu kommen zwei Faktoren (§ 64 SGB VI): der Zugangsfaktor, der Abschläge bei einem früheren Rentenbeginn abbildet, und der Rentenartfaktor, der bei der Altersrente 1,0 beträgt.
Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert
Die sogenannte Standardrente geht von 45 Punkten aus, also 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst. Das ergibt heute 1.913,40 Euro brutto im Monat.
Die Obergrenze
Mehr Gehalt bringt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze mehr Punkte. In der Rentenversicherung liegt sie 2026 bei 8.450 Euro im Monat, das sind höchstens 1,9521 Punkte im Jahr. Wer mehr verdient, zahlt auf den Rest keine Rentenbeiträge und erwirbt dafür auch keine Ansprüche.
Fortgeschrittene-Ebene
Ein Beispiel: Du verdienst 2026 brutto 3.000 Euro im Monat, also 36.000 Euro im Jahr.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Entgeltpunkte | 36.000 / 51.944 | 0,6931 |
| Monatsrente aus diesem Jahr | 0,6931 × 42,52 € | 29,47 € |
| Rentenbeitrag gesamt (18,6 %) | 36.000 × 18,6 % | 6.696 € |
| davon dein Anteil | Hälfte | 3.348 € |
Die 29,47 Euro sind brutto und zum heutigen Rentenwert gerechnet, vor Steuer und Krankenversicherung im Alter.
Umgekehrt kostet ein voller Entgeltpunkt 2026 rund 9.660 Euro Beitrag, Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen (51.944 × 18,6 Prozent). Er bringt zum heutigen Rentenwert 510,24 Euro Rente im Jahr. Ob das eine gute Anlage ist, hängt von Rentenanpassungen, Lebensdauer und den mitversicherten Risiken ab. Diese Rechnung macht der Artikel Die Rente als Anlage.
Entgeltpunkte erklären auch eine Nebenwirkung der betrieblichen Altersvorsorge. Wandelst du Gehalt sozialversicherungsfrei um, sinkt dein beitragspflichtiges Entgelt und damit die Zahl deiner Punkte. Das gilt nur, solange du unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegst. Wie stark das ins Gewicht fällt, zeigt bAV vs. ETF-Sparplan.
Häufige Missverständnisse
Rentenpunkte sind keine Euros auf einem Konto. Sie sind Ansprüche, deren Wert vom künftigen Rentenwert abhängt.
Die Renteninformation rechnet mit dem heutigen Rentenwert und ohne künftige Rentenanpassungen. Wie viel deine Rente später real wert ist, hängt davon ab, ob die Anpassungen mit der Inflation mithalten. Mehr zur Unterscheidung unter reale vs. nominale Rendite.
Doppeltes Gehalt bringt nicht in jedem Fall doppelte Rente. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze entstehen keine weiteren Punkte.
Rechne deine Rentenansprüche in Entgeltpunkten statt in Euro. Ein Punkt kostet 2026 rund 9.660 Euro Beitrag und bringt 42,52 Euro Monatsrente zum heutigen Wert. So siehst du, was Gehaltsumwandlung, Teilzeit oder ein Jobwechsel für deine gesetzliche Rente wirklich verschieben.