Das Altersvorsorgedepot fördert ab 2027 selbst verwaltete ETF-Investments mit staatlichen Zulagen und einem Sonderausgabenabzug. Dieser Rechner stellt dem Nettovorteil des AVD die Rendite eines ungeförderten ETF-Depots gegenüber, nach allen Steuern, Kosten und Abgaben.
Förderung mit Bedingungen
Zulagen geben dem Altersvorsorgedepot einen Vorsprung, Kosten und Steuern im Alter können ihn wieder aufzehren.
Die staatliche Zulage besteht aus Grundzulage (50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, 25 % auf 361 bis 1.800 €, max. 540 €/Jahr) und Kinderzulage (100 % des Eigenbeitrags, max. 300 € pro Kind und Jahr). Die Zulage bekommst du in jedem Fall. Ist der Sonderausgabenabzug günstiger, erstattet dir das Finanzamt zusätzlich die Differenz zwischen Steuerersparnis und Zulage. Der Rechner führt diese Günstigerprüfung automatisch durch.
AVD-Auszahlungen werden im Rentenalter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Das ETF-Depot hingegen unterliegt 25 % Abgeltungssteuer auf Gewinne (plus Vorabpauschale). Wer im Rentenalter einen niedrigeren Steuersatz hat, profitiert von der Steuerstundung. Wer im Alter ähnlich hoch besteuert wird, verliert möglicherweise gegenüber dem ETF-Depot.
Das Δ (Delta) zeigt, ob das Altersvorsorgedepot oder das private ETF-Depot im Rentenalter mehr Nettogeld liefert. Ein positives Delta bedeutet: das AVD liegt vorn. Ein negatives Delta: das ETF-Depot ist vorteilhafter.
Für das Standarddepot gilt eine gesetzliche Kostenobergrenze von 1,0 % pro Jahr. Im ursprünglichen Entwurf waren noch 1,5 % geplant. Ein selbst geführtes ETF-Depot bei einem Neobroker startet bei etwa 0,2 % pro Jahr.
Im Rechner gibst du die Kosten für das Altersvorsorgedepot und das ETF-Depot getrennt an, unter „Annahmen Ansparphase“. Voreingestellt sind 0,5 % und 0,2 %, der Schieber für das Altersvorsorgedepot reicht bis 1,0 %. Der Rechner zieht die Kosten in jedem Jahr von der Bruttorendite ab, bevor das Kapital weiterwächst. Wie stark das wirkt, zeigt der Artikel zum Altersvorsorgedepot 2027: Bei einem Depotstand von 200.000 € kostet der Deckel von 1,0 % gegenüber einem günstigen ETF-Depot rund 1.600 € mehr pro Jahr. Such dir deshalb einen Anbieter mit Kosten deutlich unter dem Deckel.
Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagen mehr bringen, und wählt das bessere Ergebnis. Die Zulage bleibt dir erhalten. Eine zusätzliche Steuererstattung gibt es nur, wenn die Steuerersparnis höher ist als die Zulage.
Absetzbar sind der Eigenbeitrag bis 1.800 € plus die dir zustehenden Zulagen. Ein Beispiel mit 55.000 € Bruttojahreseinkommen (Grenzsteuersatz ca. 42 %): 1.800 € Eigenbeitrag und 540 € Zulage ergeben 2.340 € Sonderausgaben. Die Steuerersparnis beträgt 983 €, abzüglich der Zulage bleiben 443 € zusätzliche Erstattung. Unterhalb eines Grenzsteuersatzes von etwa 30 % sind die Zulagen in aller Regel günstiger.
Der Rechner schätzt deinen Grenzsteuersatz aus dem Bruttojahresgehalt, vereinfacht und für eine Einzelperson ohne Splitting. Die Erstattung kommt im Modell ein Jahr später, nach der Steuererklärung. Sie fließt nicht ins Depot, sondern wird separat ausgewiesen. Nur wenn du „Steuererstattung reinvestieren“ aktivierst, legt der Rechner sie als ungeförderten Beitrag an.
Unsere Rechenbeispiele sprechen meist für eine Kombination. Das Altersvorsorgedepot nimmt den geförderten Anteil bis 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr auf, das eigene ETF-Depot alles darüber hinaus und das Geld, das du flexibel brauchst.
Gegen das Altersvorsorgedepot spricht vor allem die Bindung: Das Kapital ist bis 65 gebunden, und wer vorher aussteigt, zahlt Zulagen und Steuervorteile zurück. Wie groß dein Vorteil ausfällt, hängt von Kindern, Einkommen und Steuersatz im Alter ab. Die Szenarien für Single, Familie und Berufseinsteiger helfen dir bei der Einordnung.
Bietet dir dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an, ist das ein eigener Vergleich. Dafür kannst du bAV und ETF-Sparplan nach Steuern gegenüberstellen. Warum die bAV laut unserem Artikel für die meisten ein Verlustgeschäft ist, liest du unter betriebliche Altersvorsorge im Check.
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes ETF-Depot und startet am 1. Januar 2027 als Riester-Nachfolger. Anleger investieren selbst in zugelassene ETFs und erhalten staatliche Zulagen sowie optional einen Sonderausgabenabzug.
Die Grundzulage beträgt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag und 25 Prozent auf 361 bis 1.800 Euro, maximal 540 Euro pro Jahr. Pro Kind kommt eine Kinderzulage von 100 Prozent des Eigenbeitrags hinzu, höchstens 300 Euro pro Kind und Jahr, solange für das Kind Kindergeld festgesetzt wird. Die volle Kinderzulage erreichst du damit schon ab 300 Euro Eigenbeitrag je Kind.
AVD-Auszahlungen werden im Rentenalter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert (nachgelagerte Besteuerung). Ein privates ETF-Depot zahlt dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer auf Gewinne, zuzüglich Vorabpauschale und Teilfreistellung.
Das AVD lohnt sich besonders, wenn der persönliche Steuersatz im Rentenalter deutlich niedriger ist als heute oder wenn Kinderzulagen gezogen werden können. Bei ähnlichem Steuersatz im Alter und ohne Kinder kann das ungeförderte ETF-Depot durch die freie Verfügbarkeit attraktiver sein.
Eine Entnahme über den förderunschädlichen Anteil von 30 Prozent hinaus gilt als schädliche Verwendung. In diesem Fall werden alle Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert. Das verbleibende Kapital muss als lebenslange Rente oder als Auszahlplan bis mindestens Alter 85 entnommen werden.
Das AVD startet am 1. Januar 2027. Rechtsgrundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026, verkündet am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 156). Die Regeln zum Altersvorsorgedepot-Vertrag, zu den Zulagen und zum Sonderausgabenabzug treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Gefördert werden Beiträge ab dem Beitragsjahr 2027.
Stand: 9. Oktober 2026. Basis: Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156), verkündet am 29. Mai 2026. Die Förderregeln gelten ab dem Beitragsjahr 2027.
Schädliche Verwendung: Das Endkapital muss als lebenslange Rente oder als Auszahlplan bis mindestens Alter 85 entnommen werden. Eine vollständige oder vorzeitige Einmalentnahme über den förderunschädlichen Anteil (30 %) hinaus löst die Rückforderung aller Zulagen und Steuervorteile aus. Das vom Rechner ausgewiesene Brutto-/Netto-Endkapital ist daher als Referenzwert zu verstehen, nicht als realer Auszahlbetrag bei Sofortentnahme.
Der Rechner dient der Bildung und Selbstanalyse, nicht als Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Beträge sind Modellrechnungen, keine Garantie. Quellen: Bundesfinanzministerium, Deutsche Rentenversicherung, Bundestags-Drucksache zum AVRG.