Freistellungsauftrag
Freistellungsauftrag richtig aufteilen?
Freistellungsauftrag richtig aufteilen: Wie du 1.000 € Freibetrag optimal auf mehrere Broker verteilst und unnötige Steuern vermeidest.
Der Freistellungsauftrag schützt Kapitalerträge bis 1.000 € pro Person (2.000 € für Ehepaare) vor der Abgeltungssteuer. Das klingt einfach, wird aber bei mehreren Depots und Brokern systematisch falsch verwaltet. Die Faustregel „gleichmäßig aufteilen” ist suboptimal. Die richtige Strategie: Den Freibetrag dem Broker zuweisen, bei dem die höchsten Erträge anfallen.
Einsteiger-Block
Du hast 800 € Kapitalerträge im Jahr: 500 € Vorabpauschale beim Hauptbroker (A), 300 € Zinsen beim Tagesgeldkonto (B).
Falscher Split (gleichmäßig): Je 500 € Freibetrag bei A und B. Resultat: B hat 300 € Erträge − 500 € Freibetrag = 0 €. A hat 500 € Erträge − 500 € Freibetrag = 0 €. Aber wenn A in einem anderen Jahr 600 € hat, reicht der Freibetrag nicht.
Richtige Lösung: Freistellungsauftrag komplett beim Hauptbroker eintragen: A 1.000 €, B 0 €. Steuern bei B können in der Steuererklärung zurückgeholt werden, solange der Gesamtfreibetrag nicht ausgeschöpft ist.
Professionelle Strategie
- Schätzen: Welcher Broker erzeugt die meisten Erträge?
- Konzentrieren: Den ganzen Freibetrag bei diesem Broker eintragen
- Jährlich prüfen und anpassen
- Steuererklärung: Falls Freibetrag nicht vollständig genutzt → Steuererstattung holen
Den Freistellungsauftrag einmal im Jahr prüfen ist Teil der Depot-Hygiene, besonders wenn sich Ersparnisse oder Erträge verschoben haben. Wer diese Optimierung ignoriert, zahlt mehrere hundert Euro Steuern zu viel. Völlig vermeidbar.