Warum dieser Plan existiert
Jeder Einsteiger-Artikel zum Thema ETF erzählt dieselbe Geschichte: 150 € pro Monat, 40 Jahre lang, am Ende fast 400.000 €. Die Rechnung stimmt. Trotzdem fangen die meisten nicht an.
Der Grund ist selten mangelnde Disziplin oder fehlendes Geld. Der Grund ist, dass zwischen „ich sollte mal ETFs machen” und dem ersten Sparplan sechs Entscheidungen liegen, die niemand in der Reihenfolge aufschreibt: Warum, wie viel, welcher Broker, welcher ETF, wie setze ich den Freistellungsauftrag, und was mache ich, wenn der Markt 40 % verliert.
Dieser Plan legt die Entscheidungen auf sieben Tage. Jeder Tag dauert zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Am Ende läuft dein Sparplan, du weißt warum, und du kannst ihn eigenständig anpassen.
Einen bestimmten ETF wird er dir nicht empfehlen, und er verspricht dir auch nicht, dass du reich wirst. Wer so tut, als wäre Vermögensaufbau ohne Risiko möglich, lügt. Was dieser Plan leistet: die Reihenfolge, die in den meisten Anleitungen fehlt.
Tag 1: Warum überhaupt?
Zur Einordnung, was verlorene Zeit wirklich kostet: Bei 150 € monatlich und 7 % p.a. nominal landest du nach 40 Jahren bei rund 394.000 €. Startest du zehn Jahre später, sind es 183.000 €. Die zehn Jahre kosten dich 211.000 €. Die detaillierte Rechnung haben wir im Artikel zum Zinseszinseffekt aufgeschrieben.
Der zweite Grund, warum du das machen willst, ist weniger sexy, aber wichtiger: die gesetzliche Rente reicht nicht. Die aktuelle Standardrente (45 Entgeltpunkte) liegt bei 1.913 € brutto pro Monat, also rund 1.700 € netto nach KV- und PV-Abzügen 1. Wer einen Nettolohn von 2.300 € gewohnt ist, hat eine Rentenlücke von rund 600 € pro Monat. Über 20 Jahre Rentenbezug sind das 143.000 € fehlendes Einkommen, und die Zahl ist nicht inflationsbereinigt.
Die Annahme „7 % p.a.” ist dabei keine Garantie. Der MSCI World hat von 1970 bis heute rund 7–8 % p.a. in EUR erwirtschaftet 2, aber zwischendurch auch über 57 % verloren (Finanzkrise 2008) und fünf Jahre gebraucht, bis der Markt wieder oben war. Wer mit dieser Realität einverstanden ist, hat die wichtigste Voraussetzung für alles, was folgt.
Heute machen:
- Deinen aktuellen Netto-Lohn aufschreiben.
- Eine Ziel-Sparrate festlegen. Startpunkt: 10 % vom Netto. Wenn das unrealistisch ist, nimm 50 € als Minimum, das reicht.
- Akzeptieren, dass Kurse schwanken und dass 5 Jahre Recovery historisch möglich waren.
Tag 2: Notgroschen zuerst
Ein ETF-Depot ohne Notgroschen ist eine verschleppte Krise, und das ist der Teil, den die meisten Einsteiger-Anleitungen überspringen. Wer bei der ersten kaputten Waschmaschine oder dem ersten Monat ohne Gehalt seinen ETF zum Tiefststand verkaufen muss, hat keinen Fehler mit dem ETF gemacht, sondern vorher: beim Weglassen des Puffers.
Die Regel: drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto, sofort verfügbar, ohne Kursrisiko. Für einen 1-Personen-Haushalt mit durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von rund 1.700 € pro Monat 3 sind das 5.100 € bis 10.200 €.
Die Opportunitätskosten sind real. Wer 8.000 € Notgroschen bei 3 % Tagesgeldzins parkt statt bei 7 % ETF-Rendite anlegt, verzichtet über 30 Jahre auf rund 16.000 € Endkapital. Das ist der Preis der Sicherheit, und er lohnt sich. Denn die Alternative ist der einzige echte Worst Case: Notfall und Crash treffen zusammen, und weil kein Liquiditätspuffer da ist, verkaufst du genau dann, wenn du es am wenigsten solltest.
Noch wichtiger als der Notgroschen sind Konsumschulden. Der durchschnittliche Dispozins in Deutschland liegt bei rund 11 % p.a. 4. Wer 11 % Dispo zahlt und gleichzeitig 7 % Rendite erwartet, verliert jeden Monat Geld. Erst Dispo weg, dann Notgroschen, dann ETF. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, muss später nie zur Unzeit verkaufen.
Wenn du noch keinen Notgroschen hast, startest du den ETF-Sparplan trotzdem parallel mit kleiner Rate (25 € oder 50 €), und legst den Rest auf Tagesgeld, bis der Notgroschen steht. Anfangen zählt. Der Betrag, der auf dem ETF landet, ist weniger wichtig als die Gewohnheit.
Mehr zum Notgroschen in der ausführlichen Version und zur Tagesgeld-Auswahl im Tagesgeld-Vergleich 2026.
Heute machen:
- Monatliche Ausgaben aufschreiben (Miete, Essen, Versicherung, Mobilität, Rest).
- Mal 3 und mal 6 rechnen. Das ist deine Notgroschen-Spanne.
- Aktuelles Tagesgeld abziehen. Was fehlt, ist dein Zwischenziel.
- Falls Dispo oder Konsumschulden da sind: Tilgungsplan für die nächsten 6 Monate.
Tag 3: Ziele und Anlagehorizont
Ohne Ziel ist jeder Sparplan ein Platzhalter. Die drei Fragen, die du heute beantwortest, bestimmen später die Aktienquote und den ETF.
Frage 1: Wofür? Drei typische Ziele:
- Altersvorsorge (>20 Jahre Horizont): die langweiligste und mit Abstand wichtigste Ziel-Kategorie.
- Hauskauf-Eigenkapital (5 bis 15 Jahre): kürzerer Horizont, deshalb weniger Aktien.
- Puffer und Freiheit (flexibel, 10+ Jahre): der Betrag, der dir Spielraum gibt, ohne konkretes Datum.
Frage 2: Wann brauchst du das Geld? Der Zeithorizont bestimmt die Aktienquote. Historisch gab es beim MSCI World Phasen von bis zu fünf Jahren ohne Recovery nach dem 2008er-Crash. Bei einem 5-Jahres-Horizont kann eine 100-%-Aktienquote schiefgehen. Bei 20+ Jahren ist sie die sinnvollste Wahl.
Frage 3: Wieviel hältst du aus? Risikotragfähigkeit (objektiv, abhängig von Einkommen, Schulden, Familie) ist nicht dasselbe wie Risikobereitschaft (subjektiv, abhängig von deiner Psyche). Wer nachts schlecht schläft, wenn sein Depot 30 % im Minus steht, hat eine niedrigere Bereitschaft als Tragfähigkeit, und das ist relevant. Ein Depot, das du im Crash verkaufst, hat schlechter performt als das langweilige Tagesgeld, das du nicht anfasst.
Faustregel Aktienquote nach Horizont:
| Zeithorizont | Aktienquote | Begründung |
|---|---|---|
| 5 Jahre | 30 bis 50 % | Recovery nach 2008 dauerte 5 Jahre |
| 10 Jahre | 60 bis 80 % | die meisten Drawdowns sind wiedererholt |
| 20 Jahre+ | 80 bis 100 % | Zeit gleicht fast jede Krise aus |
Heute machen:
- Ein konkretes Ziel aufschreiben, inklusive Zieljahr (z.B. „500.000 € in 2056 als Altersvorsorge-Baustein”).
- Mit dem Portfolio-Backtest-Tool prüfen, ob die Sparrate × Zeit × Rendite-Annahme das Ziel rechnerisch trifft. Wenn nicht: Sparrate hoch, Ziel anpassen oder Zieljahr verschieben. Hoffnung ist keine Strategie.
- Aktienquote festlegen.
Tag 4: Broker wählen
Welcher Broker der richtige ist, hängt von deinem Use-Case ab. Vier Kriterien sind dabei relevant:
- Sparplan-Gebühr (0 € oder Prozentsatz pro Ausführung)
- Ordergebühr Einzelkauf (nur wichtig, wenn du neben dem Sparplan einmal größere Beträge anlegst)
- ETF-Auswahl im Sparplan (bei den großen ist das heute kein Engpass mehr)
- Bruchstück-Handel (wichtig für kleine Sparraten: ohne Bruchstücke landet der Rest als Barguthaben)
Die sieben Anbieter, die für 95 % der deutschen Sparer relevant sind:
| Broker | Sparplan-Gebühr | Einzelkauf | Typ |
|---|---|---|---|
| Scalable Capital FREE | 0 € | 0,99 € ab 250 € | Neobroker |
| Trade Republic | 0 € | 1 € pauschal | Neobroker |
| ING | 0 € (Aktions-ETFs) | 4,90 € + 0,25 % | Direktbank |
| DKB | 1,50 € | 10 € pauschal | Direktbank |
| Comdirect | 0 € (Aktions-ETFs) | 3,90 € + 0,25 % | Direktbank |
| S-Broker | 0 € (1.002 ETFs) | 2,50 % + 0,25 % | Filialbank |
| VoBa / VR-Bank | 1,50 bis 2,50 € | regional | Filialbank |
Wer maximale Kosteneffizienz und eine moderne App will, wählt Scalable FREE oder Trade Republic. Wer bereits ein Girokonto bei ING oder DKB führt, bleibt dort. Die Konditionen sind gut genug. Sparkassen- oder VoBa-Kunden, die den Komfort ihrer Hausbank behalten wollen, können den S-Broker oder das VoBa-Depot nutzen. Das kostet über 30 Jahre bei 200 €/Monat etwa 720 € an Gebühren plus 2.400 € Opportunitätskosten gegenüber dem Neobroker, und wer den Komfort das wert findet, trifft damit eine legitime Entscheidung.
Der ausführliche Vergleich mit aktuellen ETF-Anzahlen, Aktionskonditionen und Bruchstück-Handel folgt im Broker-Vergleich 2026.
Heute machen:
- Entscheidung treffen.
- Anbieter-Seite öffnen, Konto-Eröffnung starten. Die Legitimation dauert 10 bis 15 Minuten. Mach es heute, nicht morgen.
Tag 5: ETF verstehen
Ein einziger breit gestreuter Welt-ETF reicht für den Einstieg. Wer mit drei oder fünf ETFs startet, erhöht den Verwaltungsaufwand, ohne die Streuung messbar zu verbessern. Die zwei relevanten Optionen:
MSCI World
- 23 Industrieländer, rund 1.400 Large- und Mid-Cap-Aktien
- USA-Anteil: 71 %, Japan 6 %, UK 4 %, Kanada 4 %, Frankreich 3 % 5
- Keine Schwellenländer, keine Small Caps
- Günstigster Vertreter: iShares Core MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983, TER 0,20 %)
FTSE All-World
- 49 Länder inkl. Schwellenländer, rund 4.200 Aktien
- USA-Anteil: 55 %, Japan 6 %, UK 3 %, China 3 % 6
- Emerging Markets: rund 10 %
- Günstigster Vertreter: Vanguard FTSE All-World (ISIN IE00BK5BQT80, TER 0,22 %)
Der historische Rendite-Unterschied zwischen beiden Indizes liegt unter 0,5 Prozentpunkten pro Jahr. Der eigentliche Unterschied ist das China-Exposure und die breitere Streuung. Wer will, dass die ganze Welt im Index steckt, nimmt den FTSE All-World. Wer mit der starken USA-Gewichtung einverstanden ist, nimmt den MSCI World. Beide Entscheidungen sind vertretbar, und die Renditeunterschiede waren historisch marginal.
Was du für den Start NICHT brauchst:
- Keine fünf ETFs zur Diversifikation (ein Welt-ETF diversifiziert bereits über 1.400 bis 4.200 Aktien).
- Keine Themen-ETFs als Kern (Tech, Wasserstoff, KI sind Beimischung, nicht Basis).
- Keinen S&P 500 als Hauptposition (USA-Klumpenrisiko, obwohl MSCI World eh schon 71 % USA hat).
- Keinen „aktiven” Fonds mit 1,5 % TER (die Kostenbremse spielt über 30 Jahre Fußball).
Die vier Kriterien für die Auswahl:
| Kriterium | Richtwert | Warum |
|---|---|---|
| TER | < 0,25 % | Kosten fressen Rendite direkt |
| Fondsgröße | > 500 Mio. € | Schließungsrisiko sinkt |
| Replikation | physisch | einfacher, transparent |
| Ausschüttung | thesaurierend | Steuerstundung, weniger Aufwand |
Heute machen:
- Zwischen MSCI World und FTSE All-World entscheiden.
- ISIN notieren.
- Prüfen, ob dein Broker den ETF als kostenlosen Sparplan anbietet.
Tag 6: Depot eröffnen und Sparplan einrichten
Tag 6 ist die kürzeste Phase. Die schwierige Entscheidung, ob du das wirklich willst, hast du bereits getroffen. Heute geht es nur noch um Umsetzung.
Der Dreischritt:
- Depot eröffnen. Online-Antrag beim gewählten Broker, Personalausweis und Steuer-ID bereitlegen, Legitimation per VideoIdent (10 bis 15 Minuten). Nach 1 bis 3 Werktagen ist das Depot freigeschaltet.
- Referenzkonto verbinden und Geld überweisen. Jeder Broker hat ein Verrechnungskonto. Dort landet deine erste Sparrate, von dort geht der Kauf raus.
- Sparplan einrichten. ISIN des ETFs eingeben, Sparrate festlegen, Ausführungstag auswählen.
Der Freistellungsauftrag. Als Single hast du 1.000 € jährlichen Sparerpauschbetrag, verheiratet 2.000 € 7. Alles darunter ist steuerfrei, alles darüber wird mit 25 % Abgeltungsteuer plus Soli plus ggf. Kirchensteuer belastet. Den Freistellungsauftrag in voller Höhe beim Broker einstellen, am besten sofort nach der Kontoeröffnung. Das ist einer der wenigen Schritte, die keinen Aufschub verdienen.
Ausführungstag. Die Empfehlung ist der Monatsmitte (z.B. der 15.) statt des 1. Statistisch gibt es am Monatsanfang durch automatische Gehalts-Sparpläne leicht höhere Kurse, der Effekt ist winzig, aber in die richtige Richtung.
Häufige Stolperfallen:
- Legitimation fehlgeschlagen: meist Kamera- oder Beleuchtungsproblem. Einfach neu versuchen.
- Erste Sparplan-Ausführung spät: viele Broker führen den ersten Sparplan erst 2 bis 4 Wochen nach Einrichtung aus. Das ist normal.
- Sparplan-ETF nicht im Angebot: Fallback auf eine Alternative mit gleichem Index (MSCI World gibt es von iShares, Amundi, SPDR und Invesco, alle sehr ähnlich).
Der visuelle Durchlauf mit Screenshots folgt im Sparplan-Einrichten-Guide.
Heute machen:
- 30 Minuten ungestörte Zeit blocken.
- Depot eröffnen, Legitimation abschließen.
- Freistellungsauftrag setzen.
- Sparplan einrichten.
Tag 7: Dranbleiben
Das Einrichten dauert eine Stunde. Das Durchhalten dauert Jahrzehnte.
Der MSCI World hatte in den letzten 25 Jahren mehrere schwere Phasen: −57 % in 2008 (Recovery: rund 5 Jahre), −34 % in 2020 (Recovery: 5 Monate), −19 % in 2022 (Recovery: 1 Jahr) 2. Wer in diesen Phasen verkauft hat, hat aus Buchverlusten echte Verluste gemacht. Wer weiter gekauft hat, hat zu Tiefstpreisen eingesammelt (Cost-Average-Effekt) und profitiert heute überdurchschnittlich.
Die einzige Regel, die langfristig zählt: einmal im Jahr 20 Minuten ins Depot schauen. Sonst nichts. Nicht öfter.
Deine jährliche Routine:
- Sparrate an Gehaltsentwicklung anpassen (Inflationsausgleich, grob 2 % pro Jahr).
- Freistellungsauftrag prüfen.
- TER des ETF mit Alternativen vergleichen (nur wechseln, wenn Ersparnis dreistellig pro Jahr).
- Fertig.
Die Crash-Checkliste für deinen zukünftigen schlechten Tag:
- Ist dein Zieljahr noch in der Zukunft? Wenn ja, hast du Zeit.
- Ist dein Notgroschen intakt? Wenn ja, musst du nicht verkaufen.
- Hat sich dein Plan verändert, oder nur der Kurs? Wenn nur der Kurs: nicht verkaufen.
Hinter dieser Empfehlung steckt keine Motivation, sondern schlichte Kosten-Nutzen-Arithmetik. Jeder aktive Eingriff kostet Steuern auf realisierte Gewinne und verpasst die Recovery. Der Artikel „Warum wächst mein Depot nicht” geht tiefer auf die Psychologie ein.
Heute machen:
- Kalendereintrag für in 12 Monaten: „20 Min. Depot-Check”.
- Bookmark dieser Seite. Wenn der nächste Crash kommt, kommst du hierher zurück und liest Tag 7 neu.
Für wen dieser Plan nicht geeignet ist
Es gibt drei Situationen, in denen dieser Plan das falsche Werkzeug ist:
- Du hast weniger als 10 Jahre Zeit bis zum Zielbetrag. Ein reiner Aktien-ETF kann auch über 10 Jahre im Minus landen (historisch selten, aber real). Bei kurzem Horizont mischst du Anleihen bei oder bleibst bei Tagesgeld/Festgeld.
- Du hast Konsumschulden, die mehr als 4 % p.a. kosten. Dispozins zu 11 % schlägt jede ETF-Rendite-Erwartung. Erst Schulden weg, dann investieren.
- Du willst aktiv handeln, nicht passiv sparen. Wer Spaß an Einzelaktien hat, kann einen ETF-Sparplan als „Kern” und 10 % des Kapitals als „Spielgeld” fahren. Beides parallel, klar getrennt.
Was dieser Plan bewusst weggelassen hat
Sieben Tage sind knapp. Folgende Themen sind für den Einstieg nicht erforderlich, aber später relevant:
- Dividenden-Strategien. Ein ausschüttender ETF liefert auf 100.000 € Kapital im Schnitt 2.000 € Dividende pro Jahr brutto. Das ist kein „passives Einkommen zum Leben” und kein Alleinstellungsmerkmal (Siehe Yield-on-Cost-Mythos).
- Faktor-ETFs (Value, Momentum, Quality). Interessant ab einem gewissen Kapital und Wissensstand, nicht am ersten Tag.
- Rebalancing. Irrelevant bei einem einzigen Welt-ETF. Wird ab 2 Positionen ein Thema.
- Market-Timing. Der Plan geht davon aus, dass du den Sparplan einfach laufen lässt. Das ist historisch die erfolgreichste Strategie (Siehe Warum wächst mein Depot nicht).
Häufige Fragen
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, einzusteigen? Für einen Sparplan ja, für jede andere Strategie auch. Cost-Averaging macht den Startzeitpunkt weitgehend egal. Wer auf „den besseren Zeitpunkt” wartet, verliert historisch im Schnitt gegenüber dem, der sofort startet.
Was, wenn direkt nach dem Einstieg ein Crash kommt? Dann kaufst du günstiger ein und profitierst überproportional von der Recovery. Der Sparplan ist genau für diese Situation konstruiert. Panik-Verkauf ist das einzige, was einen frühen Crash in ein echtes Problem verwandelt.
Brauche ich mehrere ETFs? Ein einziger Welt-ETF diversifiziert bereits über 1.400 bis 4.200 Einzeltitel. Mehr ETFs erhöhen den Verwaltungsaufwand, ohne die Streuung messbar zu verbessern.
Einmalanlage oder Sparplan? Wenn du bereits einen größeren Betrag hast (aus Erbe, Verkauf, Bonus): Statistisch liefert sofortiger Einstieg über lange Zeiträume im Durchschnitt leicht bessere Ergebnisse als gestaffelte Investition. Psychologisch ist Staffeln oft leichter. Beides ist vertretbar.
Was ist mit Gold, Bitcoin, Immobilien? Beimischung, nicht Basis. Wer die Basis (Welt-ETF) nicht stehen hat, sollte keine Beimischung kaufen. Der Zusatznutzen ist kleiner als die meisten denken, das Risiko größer.
Kann ich den Sparplan später einfach anhalten? Ja. Ein Sparplan ist ohne Kündigungsfrist pausierbar. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber klassischen Lebensversicherungen.
Wie viel Geld brauche ich, um anzufangen? 25 € pro Monat. Das ist bei den meisten Brokern die Mindestsparrate. Mehr ist natürlich besser, aber weniger ist kein Grund, nicht anzufangen.
Der Plan als PDF
Wenn du den Plan mit Checklisten, Grafiken und Entscheidungsbäumen in einem Dokument willst (ausgedruckt neben dem Laptop funktioniert erfahrungsgemäß besser als im Browser), kannst du ihn als PDF-Guide bekommen. Ein Mal im Monat Newsletter mit Updates, Abmeldung jederzeit, kein Spam.
Quellen
- Aktueller Rentenwert 2025: 42,52 € je Entgeltpunkt. Standardrente 45 EP = 1.913,40 € brutto.
- MSCI World Index Factsheet, März 2026. Historische Rendite 1970 bis 2025 rund 7,7 % p.a. (USD) bzw. 8,3 % p.a. (EUR). Maximaler Drawdown 2007 bis 2009: −57,82 %.
- Laufende Wirtschaftsrechnungen 2025. Durchschnittliche monatliche Ausgaben 1-Personen-Haushalt: rund 1.700 bis 1.800 €.
- MFI-Zinsstatistik 2026 Q1 und Verivox-Erhebung. Durchschnittlicher Dispozins in Deutschland: rund 11,28 % p.a.
- MSCI World Factsheet, März 2026. Länderverteilung: USA 71,27 %, Japan 5,69 %, UK 3,84 %, Kanada 3,58 %, Frankreich 2,58 %.
- FTSE All-World UCITS ETF Factsheet, März 2026. Länderverteilung: USA 55,36 %, Japan 6,09 %, UK 3,00 %, China 2,87 %. Rund 4.200 Einzeltitel.
- § 20 Abs. 9 EStG. Sparerpauschbetrag 1.000 € (Single) / 2.000 € (verheiratet).