Rechner · Elektromobilität · 31. Juli 2026
Wallbox, CEE oder Steckdose
Nicht 11 kW sind entscheidend, sondern dein Ladefenster.
Eine Wallbox kann fünfmal schneller laden als eine konservativ betriebene Haushaltssteckdose. Das macht sie nicht automatisch wirtschaftlicher. Entscheidend ist, ob die langsamere Variante deine gefahrene Energie innerhalb der verfügbaren Ladenächte als Wochenbilanz wieder in den Akku bekommt. Einzelne lange Fahrten musst du zusätzlich betrachten.
Δ Tool · Fahrprofil statt Maximalleistung
Welche Ladelösung reicht für deinen Alltag?
Der Rechner vergleicht Energiebilanz und Gesamtkosten. Alle Leistungs-, Verlust- und Installationswerte sind sichtbar und änderbar.
Leistung, Ladeverluste und Installation anpassen
Leere oder unzulässige Felder werden vorübergehend mit dem Standardwert beziehungsweise der nächstzulässigen Grenze berechnet.
Ergebnis für dein Ladefenster
Die Rechnung wird geladen.Geprüfte Haushaltssteckdose
1,8 kW- Benötigte Ladezeit
- 0 h/Woche
- Reichweite je Nacht
- 0 km
- Stromkosten pro Jahr
- 0 €
- Einmalkosten
- 0 €
Blaue CEE-16-A-Campingsteckdose
3,7 kW- Benötigte Ladezeit
- 0 h/Woche
- Reichweite je Nacht
- 0 km
- Stromkosten pro Jahr
- 0 €
- Einmalkosten
- 0 €
400-V-CEE + mobile Ladeeinrichtung
11 kW- Benötigte Ladezeit
- 0 h/Woche
- Reichweite je Nacht
- 0 km
- Stromkosten pro Jahr
- 0 €
- Einmalkosten
- 0 €
11-kW-Wallbox
11 kW- Benötigte Ladezeit
- 0 h/Woche
- Reichweite je Nacht
- 0 km
- Stromkosten pro Jahr
- 0 €
- Einmalkosten
- 0 €
Das Modell prüft die Wochenbilanz und berücksichtigt die eingestellte, am Anschluss nutzbare AC-Leistung des Autos. Beziehe dabei die Phasenzahl des Onboard-Laders ein. Einzelne lange Fahrten, Batteriestand, Winterverbrauch, zeitvariable Tarife und öffentliches Nachladen sind nicht automatisch enthalten.
Eine rechnerisch ausreichende Haushaltssteckdose ist keine technische Freigabe. Stromkreis, Steckverbindung und Schutzkonzept müssen für die wiederkehrende Dauerlast geeignet und geprüft sein.
So rechnet das Lade-Delta
Der eingegebene Fahrzeugverbrauch beschreibt Energie, die für die Fahrt aus dem Akku kommt. Daraus entsteht zuerst der wöchentliche Batteriebedarf. Weil nicht jede Kilowattstunde aus dem Stromzähler im Akku landet, teilt das Modell diesen Bedarf durch den Wirkungsgrad der jeweiligen Ladeoption. Als wirksame Ladeleistung gilt der kleinere Wert aus Anschlussleistung und der von dir eingetragenen, am Anschluss nutzbaren AC-Leistung des Autos. Berücksichtige bei diesem Fahrzeugwert auch die Phasenzahl des Onboard-Laders. Netzenergie geteilt durch die wirksame Leistung ergibt die benötigte Ladezeit.
Für die Kosten werden 52 Wochen pro Jahr angesetzt. Zu den Stromkosten kommen die frei einstellbaren Einmalkosten für Prüfung, Steckdose, mobile Ladeeinrichtung oder Wallbox. Wartung, Grundpreise eines separaten Zählers, variable Netzentgelte, Förderung und ein möglicher Restwert bleiben außen vor. Eine Amortisationszeit gegenüber der Steckdose wird nur gezeigt, wenn beide Optionen die Wochenbilanz decken. Sie beschreibt ausschließlich, wann geringere Ladeverluste eine höhere Anfangsinvestition rechnerisch ausgleichen.
Warum 1,8 kW nur ein Rechenwert sind
Der VDE-Leitfaden beschreibt Haushalts- und Industriesteckdosen als mögliche Anschlusspunkte für eine mobile Ladeeinrichtung mit eigener Steuer- und Schutzeinheit. Er weist zugleich darauf hin, dass Steckdose und dahinterliegende Leitung oft nicht für dauerhafte Belastung ausgelegt sind. Das Tool setzt für die Haushaltssteckdose konservativ 1,8 kW an. Daraus folgt keine Freigabe für einen vorhandenen Stromkreis. Zustand, Kontaktübergänge, Leitungsquerschnitt, Absicherung, Fehlerstromschutz und weitere Verbraucher müssen vor Ort geprüft werden.
Verlustannahmen mit echter Spannweite
Der ADAC hat bei vier Fahrzeugen an 2,3 kW Verluste zwischen 12,7 und 24,2 Prozent gemessen. Bei 11 kW lagen die Messwerte zwischen 6,3 und 9,7 Prozent. Bei reduzierter Wallboxleistung von 3,5 bis 3,6 kW wurden in zwei Fällen 11,4 und 13,9 Prozent gemessen. Das Tool startet deshalb mit 16 Prozent für Schuko, 13 Prozent für die blaue CEE-Campingsteckdose und 8 Prozent für rote CEE beziehungsweise Wallbox. Eine rote CEE-Lösung und eine Wallbox mit gleicher AC-Leistung nutzen beide das Ladegerät im Fahrzeug. Deshalb ist ihr energetischer Startwert gleich. Sicherheit, Verriegelung, Bedienung und Steuerbarkeit sind es nicht.
Die blaue CEE-16-A-Steckdose als Zwischenstufe
Die umgangssprachliche Campingsteckdose arbeitet einphasig mit 230 Volt und 16 Ampere, also maximal rund 3,7 kW. Sie ist für dauerhafte Strombelastung konstruktiv besser geeignet als eine Haushaltssteckdose und bleibt mit 3,7 kW unter der aktuellen §-14a-Schwelle von mehr als 4,2 kW. Gleichzeitig bleibt sie ein einphasiger Ladepunkt. Die Symmetrieanforderungen der TAR Niederspannung begrenzen die einphasige Summenleistung je Außenleiter grundsätzlich auf 4,6 kVA. Eine neu gesetzte Campingsteckdose ist außerdem eine Erweiterung der elektrischen Anlage und braucht eine passende mobile Ladeeinrichtung sowie ein abgestimmtes Schutzkonzept.
Netzbetreiber und Lastmanagement
Nach § 19 NAV sind Ladeeinrichtungen vor Inbetriebnahme dem Netzbetreiber mitzuteilen. Erst oberhalb von 12 kVA Summen-Bemessungsleistung ist zusätzlich seine vorherige Zustimmung nötig. Seit 2024 fallen neue private Ladeeinrichtungen mit mehr als 4,2 kW grundsätzlich unter die Steuerungsregeln des § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Anschluss nicht allein wegen lokaler Netzüberlastung ablehnen, darf die Leistung in einer konkreten Engpasssituation aber temporär reduzieren. Die Bundesnetzagentur nennt bei Direktansteuerung 4,2 kW als Mindestleistung.
Im Mehrparteienhaus kommt das interne Lastmanagement hinzu. Es schützt den Hausanschluss und verteilt eine begrenzte Gesamtleistung auf mehrere Stellplätze. Eine nominelle 11-kW-Wallbox bedeutet deshalb nicht, dass jederzeit 11 kW am Auto anliegen. Für ein über Nacht stehendes Auto kann die reduzierte Leistung trotzdem vollständig ausreichen.
Quellen und Stand
Technische Grundlage: VDE/FNN, Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur Elektromobilität, Version 4.1, sowie die VDE/FNN-FAQ zur Netzintegration. Ladeverlust-Messwerte: ADAC-Technikzentrum. Rechtsstand: § 13 und § 19 NAV sowie die Informationen der Bundesnetzagentur zu § 14a EnWG. Stand 31. Juli 2026.
Häufige Fragen
Reichen 1,8 kW zum Laden eines Elektroautos?
Das hängt von Fahrleistung, Verbrauch und verfügbaren Ladenächten ab. Bei 18 kWh je 100 Kilometer, 16 Prozent Ladeverlust und neun Stunden entstehen rechnerisch rund 76 Kilometer Reichweite pro Nacht. Der Rechner prüft damit nur die Wochenbilanz, nicht den Bedarf bis zu jeder einzelnen Abfahrt. Steckdose, Leitung und Schutzkonzept müssen für die wiederkehrende Dauerlast durch einen qualifizierten Betrieb geprüft sein.
Warum sind die Ladeverluste an der Steckdose höher?
Beim langsamen AC-Laden bleiben Bordnetz und Steuergeräte länger aktiv. ADAC-Messungen an vier Fahrzeugen ergaben an 2,3 kW Verluste von 12,7 bis 24,2 Prozent und bei 11 kW von 6,3 bis 9,7 Prozent. Das Tool startet deshalb mit 16 und 8 Prozent, beide Werte sind änderbar.
Was bringt eine blaue CEE-16-A-Campingsteckdose?
Sie liefert einphasig bis zu 3,7 kW und ist als Industriesteckverbindung für Dauerlast robuster als Schuko. Im Startmodell entstehen bei neun Stunden und 13 Prozent Verlust rund 161 Kilometer Reichweite. Mit 3,7 kW liegt sie unter der Schwelle von mehr als 4,2 kW für die verpflichtende Steuerung nach § 14a EnWG. Installation, Schutztechnik, mobile Ladeeinrichtung, Mitteilung und lokale TAB bleiben trotzdem zu klären.
Muss eine 11-kW-Wallbox vom Netzbetreiber genehmigt werden?
Ladeeinrichtungen sind vor der Inbetriebnahme mitzuteilen. Eine zusätzliche vorherige Zustimmung verlangt § 19 NAV erst, wenn die Summen-Bemessungsleistung 12 kVA je elektrischer Anlage überschreitet. Neue private Ladeeinrichtungen mit mehr als 4,2 kW fallen seit 2024 grundsätzlich unter die Regeln des § 14a EnWG und müssen steuerbar sein.
Ist eine CEE-Steckdose eine anmeldefreie Alternative zur Wallbox?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. VDE/FNN weist ausdrücklich darauf hin, dass auch eine zum E-Auto-Laden genutzte Steckdose vor Inbetriebnahme dem örtlichen Netzbetreiber mitzuteilen ist. Außerdem braucht das Fahrzeug eine geeignete mobile Ladeeinrichtung mit Kommunikations- und Schutzfunktionen. Die lokalen TAB und das konkrete Mess- und Steuerungskonzept bleiben maßgeblich.
Kann eine Wallbox trotz 11 kW zeitweise langsamer laden?
Ja. Zuerst begrenzen Herstellerlimit und Phasenzahl des Onboard-Ladegeräts die am Anschluss nutzbare AC-Leistung. In Mehrparteienhäusern kann außerdem ein Lastmanagement die verfügbare Leistung verteilen. Zusätzlich darf der Netzbetreiber eine neue steuerbare Ladeeinrichtung bei konkreter Netzüberlastung temporär dimmen. Die Bundesnetzagentur schreibt dabei grundsätzlich mindestens 4,2 kW je direkt angesteuerter Einrichtung vor.
Stand 31. Juli 2026. Das Lade-Delta ist eine Energie- und Kostenabschätzung. Es ersetzt weder die Prüfung der elektrischen Anlage noch die Abstimmung mit Eigentümer, Hausverwaltung, eingetragenem Installationsunternehmen und örtlichem Netzbetreiber. Keine Rechts- oder Elektroberatung.