ETF-Broker-Vergleich 2026: Kosten, Auswahl & Test

ETF-Broker-Vergleich 2026: Kosten, Sparpläne und Leistungen im Vergleich. Mit interaktivem 30-Jahres-Rechner und redaktioneller Einordnung.

Ein Sparplan für 1,50 € pro Ausführung klingt nach Kleingeld. Über 30 Jahre zahlst du damit 540 € an Gebühren, und weil dieses Geld nicht mitwächst, fehlen dir bei 7 Prozent Rendite am Ende rund 1.830 € im Depot. Das sind 0,75 Prozent des Endkapitals, spürbar, aber kein Drama. Teurer wird es, wenn der Tarif prozentual rechnet, eine Depotgebühr dazukommt oder dein ETF im Sparplan gar nicht angeboten wird.

Die interaktive Tabelle vergleicht aktuell 26 Angebote, von Neobrokern über Direkt- und Filialbanken bis zu internationalen Handelsdepots. Einen Testsieger küren wir nicht. Welcher Broker vorne liegt, hängt von deiner Sparrate, deinem ETF und davon ab, ob du dich selbst um die Steuer kümmern willst, und genau danach sortiert die Tabelle.

Was bei einem Broker wirklich zählt

Ein ETF-Sparplan läuft im Idealfall Jahrzehnte. Werbeprämien, App-Optik und Markenbekanntheit verlieren über diese Zeit an Gewicht. Fünf Punkte tragen die Entscheidung.

Die Sparplangebühr ist der offensichtliche Kostenblock. Viele Anbieter verlangen inzwischen nichts, andere eine Pauschale pro Ausführung oder einen Prozentsatz der Rate. Pauschalen treffen kleine Raten hart, Prozentsätze große. Mindest- und Höchstgebühren sowie Aktionsgrenzen verschieben das Bild zusätzlich, deshalb rechnet die Tabelle mit deiner Rate.

Die Einzelordergebühr zählt, sobald du außerhalb des Sparplans kaufst oder verkaufst. Ihr Preis hängt oft von Ordergröße, Handelsplatz und Tarif ab, und eine beworbene Gratis-Order gilt häufig erst ab einem Mindestbetrag.

Die ETF-Auswahl entscheidet sich an deiner ISIN, nicht an der Gesamtzahl. Eine vierstellige Zahl sparplanfähiger ETFs hilft dir nichts, wenn genau dein Welt-ETF fehlt oder nur zum Normaltarif läuft.

Bruchstücke sorgen dafür, dass auch eine kleine Rate vollständig investiert wird, wenn ein ETF-Anteil mehr kostet als deine Rate. Frei handelbar sind diese Teilanteile aber nicht überall, und bei einem Depotwechsel lassen sie sich häufig nicht übertragen.

Die Steuerabwicklung trennt deutsche von internationalen Depots. Bei einem Depot mit deutschem Steuerabzug führt der Broker Abgeltungsteuer und Vorabpauschale für dich ab. Bei Interactive Brokers, CapTrader oder DEGIRO erledigst du das selbst in der Steuererklärung.

Der Vergleich im Detail

Die Tabelle bildet alle 26 Anbieter aus der zentralen Broker-Datenbasis ab. Du stellst Sparrate, Laufzeit und Renditeannahme ein, die Tabelle rechnet daraus die Kosten pro Broker über die gewählte Laufzeit: Gebühren plus der Ertrag, den diese Gebühren bei deiner Rendite erwirtschaftet hätten. Mit dem Filter schränkst du auf Neobroker, Direktbanken, Filialbanken oder Online-Broker ein. Ein Klick auf eine Zeile zeigt Stärken, Schwächen und Zielgruppe, im Vergleichsmodus stellst du zwei Broker direkt nebeneinander.

Δ Interaktiver Vergleich

Depotvergleich mit eigenem Szenario

Was ist dir wichtig?

Dein Szenario

Ergebnis

    Die Eignung-Spalte ordnet relativ zur gewählten Priorität ein: Sehr passend oberes Viertel, wenig passend unteres. Gleiche Werte erhalten dieselbe Einstufung. „Markterfahrung“ bewertet nur das Unternehmensalter, nicht die Sicherheit.

    Für den Direktvergleich auswählen, höchstens zwei Broker

    ¹ 30-Jahres-Kosten: Ein ETF-Sparplan je Depot: dokumentierte Ausführungs- und Depotgebühren plus entgangene Rendite. Monatliche Zahlungen zum Monatsende, Rendite durch zwölf geteilt. Keine Prognose künftiger Tarife. Produktkosten, Spreads, FX-Kosten, Verkäufe und Steuern sind nicht enthalten. Befristete Aktionen gelten nur bis zum dokumentierten Ende; danach gilt der reguläre Tarif. Erste Ausführung im Folgemonat. Nicht belegte Preise und nicht ausführbare Sparraten sind kein kostenloses Angebot.

    Redaktioneller Vergleich: Reihenfolge und Eignung hängen nicht von Provisionen ab. Aktuell ohne Affiliate-Links; falls sich das ändert, kennzeichnen wir Partner-Links sichtbar. Konditionen ändern sich häufig; vor Depoteröffnung den aktuellen Stand direkt beim Anbieter prüfen. Marken sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.

    Die Zahlen sind eine Modellrechnung, keine Preisgarantie. Die Tabelle rechnet standardmäßig mit dem regulären Tarif. Aktionskonditionen schaltest du bewusst dazu, weil sie nur für bestimmte ETFs, Raten und Zeiträume gelten. Ein Anbieter ohne passenden Sparplan oder mit zu hoher Mindestrate erscheint als nicht berechenbar, nicht als kostenlos. Produktkosten, Spreads und Steuern stecken nicht in der Zahl.

    Ausgewählte Anbieter im Portrait

    Sieben Anbieter stehen für die typischen Modelle am Markt: kostenlose Sparpläne, feste Pauschalen, prozentuale Tarife und regionale Banken. Alle weiteren findest du in der Tabelle und im Abschnitt danach.

    Comdirect

    Die comdirect verbindet Direktbank und Trading-Plattform. Reguläre ETF-Sparpläne kosten 1,5 Prozent der Rate, bei 200 € also 3 € pro Ausführung. Für die aktuellen ETF-Specials entfällt das Orderentgelt, allerdings nicht in jedem Depotmodell: Pure-Depots sind ausgeschlossen. Die comdirect lohnt sich deshalb vor allem, wenn dein ETF auf der Special-Liste steht. Einen befristeten Neukundentarif für Einzelorders solltest du nicht als Dauerpreis einplanen.

    DKB

    Die DKB rechnet einfach: 1,50 € pro Sparplanausführung, unabhängig von der Rate. Ausgewählte Aktions-ETFs können davon ausgenommen sein. Je höher deine Rate, desto weniger fällt die Pauschale ins Gewicht. Bei 50 € sind es 3 Prozent, bei 500 € nur noch 0,3 Prozent. Einzelorders kosten je nach Volumen 10, 15 oder 30 €, an Xetra und Parkettbörsen kommen Entgelte dazu. Für bestehende DKB-Kunden ist das bequem, wer nur auf die Kosten schaut, findet kostenlose Sparpläne woanders.

    ING

    Bei der ING laufen alle angebotenen ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr. Einzelorders kosten regulär 4,90 € plus 0,25 Prozent, höchstens 69,90 €, dazu eventuelle Handelsplatzgebühren. Eine 1.000-€-Order im Direkthandel kostet damit 7,40 €. Wer ohnehin ein ING-Girokonto hat, bekommt hier einen kostenlosen Sparplan ohne zweite Bankbeziehung.

    Scalable Capital

    Scalable Capital führt Sparpläne kostenlos aus und läuft als App und im Browser. Im FREE-Tarif kostet eine reguläre Order über EIX 0,99 €, Käufe von PRIME-ETFs ab 250 € sind davon ausgenommen. PRIME+ kostet 4,99 € im Monat und macht EIX-Trades ab 250 € gebührenfrei. Das rechnet sich ab sechs sonst kostenpflichtigen Orders im Monat. Andere Handelsplätze haben eigene Preise, und das Tagesgeld ist ein separates Produkt, kein Argument, das allein für PRIME+ spricht.

    S Broker

    Der S Broker ist günstiger, als sein Ruf als Sparkassen-Broker vermuten lässt. Depotführung und alle angebotenen Aktien-, ETF- und Zertifikate-Sparpläne sind kostenlos, ab 5 € Rate. Die Sofortorder kostet 0,95 € an einem vorgegebenen Handelsplatz. Wer den Handelsplatz frei wählt, zahlt 0,95 € plus 0,25 Prozent des Orderwerts und eventuell weitere Entgelte.

    Trade Republic

    Trade Republic führt Sparpläne kostenlos aus und verlangt für Einzelorders eine Fremdkostenpauschale von 1 €. Beim Guthaben lohnt ein zweiter Blick: Zinskonditionen, Aktivierung und die tatsächliche Verwahrung unterscheiden sich, und Bankguthaben ist anders geschützt als Anteile an Geldmarktfonds.

    VR-Bank und Volksbank

    VR-Banken und Volksbanken sind eigenständige regionale Institute ohne bundesweit einheitlichen Tarif. Deshalb rechnet die Tabelle für sie keinen Pauschalpreis, denn jede einzelne Zahl wäre für die meisten Leser falsch. Wenn du bei deiner Volksbank bleiben willst, nimm ihr Preisverzeichnis und rechne Sparplangebühr und Depotgebühr mit deiner Rate durch. Die Beratung in der Filiale ist ein eigener Leistungsbestandteil, den du gegen mögliche Mehrkosten abwägst.

    Weitere Anbieter im Vergleich

    Die übrigen Broker in der Tabelle decken speziellere Wünsche ab: andere Handelsplätze, ein Depot direkt in der Banking-App oder internationalen Marktzugang.

    Unter den Neobrokern bietet finanzen.net ZERO kostenlose Sparpläne und gebührenfreie Einzelorders ab 500 €. SMARTBROKER+ kombiniert günstige Standardorders mit mehreren Handelsplätzen, sein Zinskonto ist ein separates Konto mit eigenen Bedingungen. Traders Place stellt gettex-Orders ab 500 € kostenlos, darunter kosten sie 0,95 €. Premium-ETF-Sparpläne sind dort gratis, alle anderen ETF- und Fondssparpläne kosten 0,50 €, und das Verrechnungskonto ist unverzinst. N26 baut den Handel in die Banking-App ein: 0,90 € je Einzelorder, mit Freikontingenten bei Go und Metal und Übergangsregeln für Bestandskunden. justTRADE bietet mehrere Börsenplätze, ob dein ETF dort als Sparplan läuft, klärst du über die ISIN.

    Die Consorsbank führt alle angebotenen ETF-Sparpläne ab 10 € Rate ohne Sparplangebühr aus. Bei den Sparplankosten spielt sie damit in derselben Liga wie ING und die Neobroker.

    flatex führt ETF- und Fondssparpläne ab 1 € Rate ohne Ausführungsprovision aus und unterstützt Bruchstücke. Für aktive Anleger, die viele Handelsplätze und trotzdem deutsche Steuerabwicklung wollen, ist flatex der naheliegende Mittelweg.

    Interactive Brokers und CapTrader öffnen den Zugang zu internationalen Börsen. Im hier verglichenen Handelsdepot führen beide keine deutschen Steuern ab. CapTraders Performancebericht ist ausdrücklich keine Steuerbescheinigung, und die beworbenen FNZ-Sparpläne laufen in einem separaten Depot mit eigenen Gebühren.

    Neu im Vergleich sind tradegate.direct und DEGIRO. tradegate.direct handelt direkt an der Tradegate BSX, ohne Order-, Börsen- und Depotgebühren, es bleiben die Spreads. Aktien- und ETP-Sparpläne starten ab 25 €. Der Preis dafür ist die Bindung an genau einen Handelsplatz, außerdem gelten Mindestbeträge für Einzelkäufe. Ob tradegate.direct deutsche Steuern automatisch abführt, ist bisher nicht ausdrücklich belegt, der Rechner kennzeichnet das offen. DEGIRO gehört wie flatex zur flatexDEGIRO-Gruppe, hat aber einen eigenen Tarif, internationale Handelsplätze und echte Optionen. Deutsche Steuern und Vorabpauschale führt DEGIRO nicht ab, und die Jahresübersicht ist keine deutsche Jahressteuerbescheinigung.

    Die ehrliche 30-Jahres-Kostenrechnung

    Wie viel kostet die Broker-Wahl wirklich? Die folgende Rechnung isoliert die Sparplangebühr: 200 € im Monat, 30 Jahre, 7 Prozent nominale Rendite pro Jahr, gerechnet mit einem Zwölftel davon pro Monat und Einzahlung am Monatsende. Ohne Gebühren wächst das Depot in diesem Modell auf rund 244.000 €. Produktkosten und Steuern bleiben außen vor, und eine Renditegarantie ist das nicht.

    TarifGebühr pro MonatDirekt gezahltWeniger EndkapitalAnteil am Endkapital
    Kostenloser Sparplan0 €0 €0 €0 %
    Pauschale 1,50 € pro Ausführung1,50 €540 €rund 1.830 €0,75 %
    1,5 % der Sparrate3,00 €1.080 €rund 3.660 €1,5 %

    Bei der Pauschale zahlst du 540 € direkt. Die übrigen rund 1.290 € sind Ertrag, den dieses Geld bis zum Ende erwirtschaftet hätte. Ein prozentualer Tarif wie die 1,5 Prozent der comdirect außerhalb der Specials verdoppelt den Effekt bei dieser Rate. Eine Depotgebühr käme jeweils noch obendrauf.

    Vier Situationen, vier Empfehlungen

    Einen universellen Testsieger gibt es nicht. Die passende Wahl hängt davon ab, wo du gerade stehst.

    Du startest ohne Bankbeziehung und willst niedrige Kosten

    Dann nimm einen Anbieter ohne Sparplangebühr, der deinen ETF führt. Scalable Capital, Trade Republic, ING, Consorsbank, flatex und der S Broker gehören dazu. Zwischen ihnen entscheiden Mindestrate, Bedienung und die Frage, ob du lieber in der App, im Browser oder bei einer klassischen Bank arbeitest. Bei kleinen Raten zählt die Mindestgrenze mehr als die Zahl angebotener ETFs.

    Du hast ein Girokonto bei ING, DKB oder comdirect

    Bleib im Zweifel dort. Bei der ING ist der Sparplan ohnehin kostenlos. Bei der DKB kostet die Ausführung 1,50 €, in unserem Modell über 30 Jahre rund 1.830 € Endkapital, das ist kalkulierbar. Bei der comdirect hängt alles daran, ob dein ETF ein Special ist. Wenn nicht, zahlst du 1,5 Prozent jeder Rate, und dann lohnt sich ein Zweitdepot bei einem kostenlosen Anbieter.

    Du bist Sparkassen- oder VR-Kunde

    Beim S Broker zahlst du für ETF-Sparpläne und Depot nichts, ein pauschaler Hausbank-Aufschlag gegenüber Neobrokern lässt sich dort nicht mehr begründen. Der S Broker ist allerdings ein eigenes Angebot und nicht dasselbe wie das Depot deiner örtlichen Sparkasse. Bei der Volksbank entscheidet das Preisverzeichnis deiner Bank. Rechne Sparplan- und Depotgebühr einmal mit deiner Rate durch, dann weißt du, was dich die Filialnähe kostet.

    Du willst internationalen Marktzugang oder handelst aktiv

    Interactive Brokers, CapTrader und DEGIRO öffnen dir internationale Börsen und ein breiteres Produktangebot, nehmen dir aber die deutsche Steuer nicht ab. Abgeltungsteuer, Vorabpauschale und je nach Ertrag weitere Anlagen der Steuererklärung erledigst du selbst. Wenn du das nicht willst, ist flatex der Mittelweg mit vielen Handelsplätzen und deutscher Steuerabwicklung. Für einen reinen ETF-Sparplan ist ein internationaler Broker meist mehr Aufwand als Nutzen.

    Über alle vier Situationen hinweg gilt: Der Broker, bei dem du den Sparplan tatsächlich einrichtest und durchhältst, schlägt jeden theoretisch günstigeren, den du nie eröffnest.

    Was Vergleichsseiten selten erwähnen

    Die Wertpapierleihe steht im Kleingedruckten. Lies in den Vertragsbedingungen nach, ob dein Broker deine Wertpapiere verleihen darf, ob du zustimmen musst, welche Sicherheiten gestellt werden und wer die Leiheinnahmen bekommt. Die Einlagensicherung schützt dich dabei nicht pauschal gegen jeden Verlust.

    Der Spread ist der unsichtbare Teil der Kosten. Neben der Gebühr zählt, zu welchem Kurs dein Sparplan ausgeführt wird, und der hängt von Handelsplatz, Zeitpunkt und Liquidität ab. Eine kostenlose Ausführung ist deshalb nicht automatisch die günstigste, eine manuelle Order aber auch nicht automatisch besser.

    Gebühren ändern sich. Trade Republic und Scalable haben ihre Preisstruktur seit der Gründung mehrfach angepasst. Was heute 0 € kostet, kann in zwei Jahren 1 € kosten, umgekehrt können auch prozentuale Gebühren sinken. Das ist kein Argument gegen einen Broker, aber ein Grund, die eigenen Konditionen einmal im Jahr anzusehen.

    Internationale Broker bescheinigen dir keine deutsche Steuer. Bei Interactive Brokers, CapTraders IBKR-Handelsdepot und DEGIRO trägst du deine Erträge selbst in die Steuererklärung ein, je nach Ertragsart nicht nur in die Anlage KAP. Kontoauszüge, Jahresübersichten und Performanceberichte sind keine deutschen Jahressteuerbescheinigungen. Auch die Vorabpauschale berechnest du selbst, und sie betrifft nicht nur thesaurierende ETFs.

    Aktionen haben Bedingungen und ein Ende. Bei maxblue werden bis Ende 2027 nur die Kaufgebühren für die ersten 250 € je ETF erstattet, auf den Betrag darüber fallen 1,25 Prozent an. Eine 500-€-Rate kostet dort also gut 3 € pro Ausführung statt nichts. Wer einen ETF wegen einer Aktion wählt, notiert sich am besten gleich das Enddatum.

    So wechselst du dein Depot

    Wer heute einen Broker wählt, ist morgen nicht dort gebunden. Ein Depot-Übertrag läuft in drei Schritten ab.

    Im ersten Schritt eröffnest du das neue Depot beim Wunsch-Broker. Das dauert je nach Anbieter zwischen fünf Minuten und drei Werktagen, inklusive Video-Identifikation.

    Im zweiten Schritt beauftragst du den Übertrag. Deutsche Banken dürfen dafür kein eigenes Entgelt verlangen, tatsächlich anfallende fremde Spesen können sie aber weitergeben. Kläre vorher, ob die neue Bank deine Wertpapiere annimmt, denn Bruchstücke lassen sich häufig nicht übertragen. Beim Übertrag auf ein eigenes Depot musst du nichts verkaufen. Kontrolliere danach, ob die Anschaffungsdaten korrekt angekommen sind, vor allem bei Überträgen aus dem Ausland.

    Im dritten Schritt richtest du den Sparplan im neuen Depot ein und passt den Freistellungsauftrag an. Sieh nach, ob der alte Sparplan beendet ist, denn ein Übertrag löst ihn nicht automatisch auf.

    Einen echten Lock-in gibt es bei deutschen Brokern also nicht. Bei internationalen Anbietern und bei Bruchstücken lohnt es sich, die Übertragbarkeit schon vor der Eröffnung zu klären.

    Fragen, die immer wiederkommen

    Ist mein Geld bei einem Broker sicher?

    Deine Wertpapiere verwahrt der Broker für dich, sie bleiben dein Eigentum. Geht er pleite, kannst du sie grundsätzlich herausverlangen. Das ist ein anderer Mechanismus als das Sondervermögen eines Fonds. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist als Bankeinlage grundsätzlich bis 100.000 € je Person und Bank gesetzlich gesichert. Geldmarktfonds sind keine Bankeinlagen, und die Anlegerentschädigung ersetzt keine Kursverluste. Welche Regel greift, hängt davon ab, wer dein Geld tatsächlich verwahrt.

    Kann ich mehrere Depots gleichzeitig führen?

    Ja, so viele, wie Anbieter dich eröffnen lassen. Steuerlich musst du sie aber zusammendenken: Freistellungsaufträge und Verlustverrechnung müssen über alle Banken hinweg zusammenpassen.

    Brauche ich pro Broker einen eigenen Freistellungsauftrag?

    Ja, bei jedem Anbieter mit deutschem Steuerabzug richtest du einen eigenen Freistellungsauftrag ein. Zusammen dürfen alle Aufträge deinen Sparer-Pauschbetrag nicht übersteigen. Bei Anbietern ohne deutschen Steuerabzug hilft ein Freistellungsauftrag nicht, dort läuft alles über die Steuererklärung.

    Was passiert, wenn der Broker die Gebühren während meiner Laufzeit erhöht?

    Lies die Änderungsmitteilung und das neue Preisverzeichnis. Passt der Preis nicht mehr zu dir, ziehst du per Depotübertrag um. Rechne dabei mit möglichen fremden Spesen, nicht übertragbaren Bruchstücken und der Frage, ob die neue Bank alle deine Wertpapiere annimmt.

    Lohnt sich ein Broker mit Werbeprämie?

    Ein einmaliger Bonus von 50 € oder 100 € zur Eröffnung ist ein netter Einstieg, aber über 30 Jahre Sparlaufzeit nicht entscheidungsrelevant. Die laufenden Konditionen schlagen Werbeprämien um Faktoren, sobald der Sparplan über ein paar Jahre läuft.

    Broker steht. Was jetzt?

    Die Broker-Entscheidung ist ein Schritt im größeren Setup eines ETF-Sparplans. Alle Anbieter mit Sparplankosten, Verfügbarkeit und Detailhinweisen findest du im Depotvergleich 2026, unserem nativen Broker-Tool. Der nächste Schritt ist die Auswahl des ETF selbst. Tag 5 im ETF-Einstieg-Pillar führt durch die konkrete Auswahl zweier Welt-ETFs, die für den Einstieg taugen. Wer zwischen MSCI World und FTSE All-World schwankt, findet die ausführliche Gegenüberstellung im Beitrag MSCI World vs. FTSE All-World. Und wer sich fragt, was ein ETF überhaupt ist, startet am besten mit dem Grundlagen-Artikel Was ist ein ETF?.

    Wer seinen Broker heute gewählt hat und morgen den Sparplan einrichtet, hat das eigentliche Entscheidungs-Gate im Vermögensaufbau passiert. Der Rest ist Mathematik, Zeit und das Durchhalten.

    Quellen

    1. ETF-Sparpläne · Consorsbank
    2. Sparpläne · flatex
    3. Direkt-Depot Konditionen · ING
    4. Sparpläne & Konditionen · Scalable Capital
    5. Sparpläne · Trade Republic
    6. Depot und Ordergebühren · DKB
    7. ETF-Sparplan Konditionen · Comdirect
    8. Sparplan-Übersicht · S Broker
    9. Wertpapier-Sparpläne · VR-Bank / Volksbanken Raiffeisenbanken
    10. Konditionen · Smartbroker+
    11. Preisverzeichnis · justTRADE
    12. Konditionen · Traders Place
    13. Aktienhandel und ETF-Sparpläne · N26
    14. Pure-Depot Konditionen · Comdirect
    15. Pricing & Commissions DE · Interactive Brokers
    16. Konditionen · CapTrader
    17. ETF-Sparplan-Vergleich · Finanztip
    18. Depotübertrag und Fremdspesen · BaFin Journal
    19. Einlagensicherung und Anlegerentschädigung · BaFin
    20. Kosten und Gebühren · tradegate.direct
    21. Sparpläne · tradegate.direct
    22. Steuerbescheinigung · DEGIRO
    23. ETF-Sparplanaktion · maxblue
    24. Performancebericht: keine Steuerbescheinigung · CapTrader

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