Rechner · Investieren · 18. Oktober 2026
Backtest · US-Aktien und US-Staatsanleihen
Aktien-Anleihen-Mix: was Anleihen kosten und was sie bringen.
Fünf Mischungen aus US-Aktien und US-Staatsanleihen, von Februar 1962 bis September 2026. Ein 60/40-Portfolio brachte 9,0 % pro Jahr statt 10,7 % bei reinen Aktien, verlor im schlimmsten Fall aber nur 29,9 % statt 50,3 %.
Wie viel Rendite kostet ein Anleihenanteil?
Seit 1962 kostete der Schritt von 100 % Aktien zu 60/40 im Schnitt 1,7 Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Über Jahrzehnte summiert sich das deutlich, weil der Zinseszins auf der kleineren Rendite weiterläuft. Reine Anleihen brachten 5,7 % pro Jahr. Die Tabelle zeigt alle fünf Mischungen, gemessen in US-Dollar und monatlich auf die Zielgewichte zurückgesetzt.
| Aktien/Anleihen | Rendite p. a. | Tiefster Rückgang | Erholung | Schlechtestes Jahr | Jahre im Minus | Schlechteste 10 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 100/0 | 10,7 % | -50,3 % (10/2007 bis 02/2009) | 4 Jahre, 4 Monate | -36,7 % (2008) | 14 von 63 | -2,5 % (1999 bis 2009) |
| 80/20 | 9,9 % | -40,6 % (10/2007 bis 02/2009) | 3 Jahre, 4 Monate | -27,7 % (2008) | 14 von 63 | -0,5 % (1999 bis 2009) |
| 60/40 | 9,0 % | -29,9 % (12/1972 bis 09/1974) | 3 Jahre, 1 Monat | -17,8 % (2008) | 13 von 63 | 1,4 % (1999 bis 2009) |
| 40/60 | 8,0 % | -20,1 % (12/1972 bis 09/1974) | 3 Jahre | -16,1 % (2022) | 11 von 63 | 2,4 % (1964 bis 1974) |
| 0/100 | 5,7 % | -22,2 % (07/2020 bis 10/2023) | noch nicht erholt | -14,0 % (2022) | 11 von 63 | 0,1 % (2016 bis 2026) |
Wie stark dämpfen Anleihen die Crashs?
Deutlich, solange Aktien und Anleihen sich gegenläufig bewegen. Reine Aktien verloren vom Oktober 2007 bis zum Februar 2009 50,3 %, ein 60/40-Portfolio im schlimmsten Fall 29,9 % und ein 40/60-Portfolio 20,1 %. Reine Anleihen waren dagegen nicht die sicherste Wahl: Sie fielen vom Juli 2020 bis zum Oktober 2023 um 22,2 %, tiefer als die 40/60-Mischung. Der Grund liegt in der Korrelation: In den meisten Aktienkrisen stiegen Staatsanleihen, und die Mischung glich einen Teil der Verluste aus.
Warum halfen Anleihen 2022 nicht?
2022 war für reine Anleihen das schlechteste Jahr seit 1962: -14,0 %. Für das 40/60-Portfolio war es mit -16,1 % ebenfalls das schlechteste Jahr. Die Notenbanken erhöhten die Zinsen so schnell wie seit Jahrzehnten nicht, und steigende Zinsen drücken die Kurse laufender Anleihen. Aktien fielen im selben Jahr. Die Absicherung über Anleihen funktioniert also vor allem in Krisen, in denen die Zinsen sinken. Wie sich das 60/40-Portfolio seitdem verändert hat, beschreibt das 60/40-Portfolio in der neuen Zinsrealität.
Was bedeutet das für Euro-Anleger?
Die Tabelle rechnet in US-Dollar mit US-Staatsanleihen. Für einen Euro-Anleger trägt ein ungesicherter Anleihenanteil in Dollar zusätzlich das Währungsrisiko und schwankt dadurch stärker. Deshalb setzen viele auf Euro-Staatsanleihen oder währungsgesicherte Anleihen-ETFs. Die Grundaussage bleibt: Ein Anleihenanteil senkt die Rendite und die Tiefe der Einbrüche. Welcher Anteil passt, hängt davon ab, wie viel Rückgang du aushältst, ohne zu verkaufen. Mehr dazu in Anleihen im Depot.
Wie diese Zahlen entstehen
Aktien: Marktrendite der Kenneth R. French Data Library (Datenbasis CRSP) inklusive Dividenden. Anleihen: ein Modell, das jeden Monat eine US-Staatsanleihe mittlerer Laufzeit (7 bis 10 Jahre) zur aktuellen Rendite der Federal Reserve kauft und einen Monat später bewertet. Gegen echte Anleihen-ETFs liegt die Korrelation bei rund 0,99. Die Mischungen werden jeden Monat auf die Zielgewichte zurückgesetzt, ohne Kosten und Steuern. Ein jährliches Rebalancing liefert leicht andere Werte; das kannst du im Portfolio-Backtest selbst vergleichen.
Datenstand September 2026. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen. Die Zahlen dienen der Bildung und Analyse, nicht als Anlageberatung. Quellen: Kenneth R. French Data Library (US-Aktienmarkt, CRSP), Board of Governors of the Federal Reserve System H.15 über FRED (Renditen der US-Staatsanleihen).