Rechner · Investieren · 18. Oktober 2026
Backtest · US-Aktienmarkt inklusive Dividenden
US-Aktien seit 1926: 100 Jahre Rendite und Crashs in Zahlen.
Seit Juli 1926 brachte der breite US-Aktienmarkt inklusive Dividenden im Schnitt 10,4 % pro Jahr in US-Dollar, vor Inflation, Kosten und Steuern. Dazwischen lagen Einbrüche von bis zu -83,7 %. Alle Werte stammen aus offenen Daten und werden monatlich neu berechnet, zuletzt bis September 2026.
Wie viel Rendite brachte der US-Aktienmarkt seit 1926?
Im Schnitt 10,4 % pro Jahr in US-Dollar, gemessen von Juli 1926 bis September 2026 bei einer Einmalanlage mit wieder angelegten Dividenden. Die Reihe bildet den gesamten US-Aktienmarkt ab, nicht nur den S&P 500. Der S&P 500 deckt rund 80 Prozent dieses Marktes ab; über lange Zeiträume liegen beide eng beieinander, identisch sind sie nicht. In 24 von 99 vollen Kalenderjahren lag der Markt im Minus. Das schlechteste Jahr war 1931 mit -43,8 %, das beste 1933 mit 56,8 %.
Wie tief waren die großen Crashs und wie lange dauerte die Erholung?
Der tiefste Einbruch begann im August 1929 und endete erst im Juni 1932 bei -83,7 %. Nominal dauerte es 15 Jahre, 5 Monate vom Hoch, bis der alte Stand wieder erreicht war. Spätere Krisen waren flacher und kürzer, kosteten aber trotzdem Jahre.
| Krise | Hoch | Tief | Rückgang | Erholt | Dauer ab Hoch |
|---|---|---|---|---|---|
| Weltwirtschaftskrise | 08/1929 | 06/1932 | -83,7 % | 01/1945 | 15 Jahre, 5 Monate |
| Ölkrise | 12/1972 | 09/1974 | -46,5 % | 12/1976 | 4 Jahre |
| Dotcom-Blase | 08/2000 | 09/2002 | -45,0 % | 09/2006 | 6 Jahre, 1 Monat |
| Finanzkrise | 10/2007 | 02/2009 | -50,3 % | 02/2012 | 4 Jahre, 4 Monate |
| Corona | 01/2020 | 03/2020 | -20,2 % | 07/2020 | 6 Monate |
| Zinswende | 12/2021 | 09/2022 | -24,8 % | 12/2023 | 2 Jahre |
Weil die Werte auf Monatsschlusskursen beruhen, fallen die Rückgänge etwas kleiner aus als in Tagesdaten. Im März 2020 etwa lag der Tiefpunkt mitten im Monat. Wie eine solche Phase sich auf Entnahmen auswirkt, beschreibt das Sequenzrisiko.
Gab es 15- oder 20-Jahres-Zeiträume mit Verlust?
Ja, aber selten: Von 1024 möglichen 15-Jahres-Zeiträumen endeten 5 im Minus, alle mit Start kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Ab 20 Jahren Haltedauer endete jeder Zeitraum seit 1926 im Plus. Der schlechteste 20-Jahres-Zeitraum, 1929 bis 1949, brachte noch 1,8 % pro Jahr. Die Tabelle zeigt für jede Haltedauer den schlechtesten und besten Zeitraum sowie den Anteil der Zeiträume mit positiver Rendite. Die Startmonate laufen dabei Monat für Monat durch, die Zeiträume überlappen sich also.
| Haltedauer | Schlechtester Zeitraum | Bester Zeitraum | Anteil im Plus |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | -5,4 % (1929 bis 1939) | 20,5 % (1949 bis 1959) | 95,4 % |
| 15 Jahre | -0,4 % (1929 bis 1944) | 18,9 % (1982 bis 1997) | 99,5 % |
| 20 Jahre | 1,8 % (1929 bis 1949) | 18,1 % (1980 bis 2000) | 100,0 % |
| 30 Jahre | 7,5 % (1929 bis 1959) | 14,5 % (1932 bis 1962) | 100,0 % |
Wie sah es für Euro-Anleger seit 1999 aus?
In Euro umgerechnet brachte der US-Aktienmarkt seit Februar 1999 8,9 % pro Jahr, nach deutscher Inflation 6,7 %. Der Startzeitpunkt war ungünstig: Vom August 2000 bis zum Februar 2009 verlor der Markt in Euro 58,4 %, weil Dotcom-Crash, Finanzkrise und ein schwacher Dollar zusammenkamen. Bis zum alten Höchststand vergingen 12 Jahre, 9 Monate. Der schlechteste 10-Jahres-Zeitraum (2000 bis 2010) lag bei -4,7 % pro Jahr.
Was hätte ein Sparplan mit 100 Euro im Monat ergeben?
Wer von Januar 1999 bis September 2026 jeden Monat 100 Euro in den US-Aktienmarkt gesteckt hätte, hätte 33.300 € eingezahlt und am Ende 221.463 € besessen, vor Kosten und Steuern. Das entspricht einer geldgewichteten Rendite von 11,7 % pro Jahr, real 9,4 %. Der Sparplan schneidet besser ab als die Einmalanlage von 1999, weil er in den Jahren nach 2000 und 2008 günstig nachgekauft hat. Den Mechanismus dahinter beschreibt der Cost-Average-Effekt.
Wie diese Zahlen entstehen
Grundlage ist die Marktrendite der Kenneth R. French Data Library (Datenbasis CRSP), also alle an NYSE, AMEX und NASDAQ gelisteten US-Aktien, nach Börsenwert gewichtet und mit wieder angelegten Dividenden. Gerechnet wird mit Monatsschlusswerten, ohne Kosten und Steuern. Die Euro-Werte nutzen den EUR/USD-Kurs der Federal Reserve zum Monatsende ab 1999, die realen Werte die deutsche Inflation (HICP) von Eurostat. Vor 1999 gibt es keinen echten Euro-Kurs, deshalb beginnt die Euro-Sicht erst dort.
Eine Grenze bleibt: Die USA sind das erfolgreichste Aktienland des 20. Jahrhunderts. Wer nur auf US-Daten schaut, sieht einen Gewinner im Rückblick. Andere Märkte hatten längere Durststrecken, Japan etwa seit 1990, wie der Vergleich Weltaktien seit 1990 zeigt. Der Portfolio-Backtest mischt deshalb auch Weltindizes, Anleihen und Gold.
Datenstand September 2026. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen. Die Zahlen dienen der Bildung und Analyse, nicht als Anlageberatung. Quellen: Kenneth R. French Data Library (US-Aktienmarkt, CRSP), Federal Reserve über FRED (EUR/USD), Eurostat (HICP Deutschland).