THG-Quote
Was ist die thg-quote?
Die THG-Quote macht aus dem Ladestrom eines Elektroautos ein handelbares CO2-Zertifikat. Wie der Mechanismus funktioniert, wie viel Prämie bleibt und warum sie privat steuerfrei ist.
Die THG-Quote, ausgeschrieben Treibhausgasminderungsquote, verpflichtet Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, die damit verbundenen Treibhausgase um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu senken. Wer diese Vorgabe nicht aus eigener Kraft erfüllt, kann sich Minderungen von Dritten anrechnen lassen. Da der Strom für ein Elektroauto weniger Treibhausgase verursacht als der fossile Vergleichswert, entsteht beim Halter eine anrechenbare Einsparung. Diese Einsparung lässt sich als Zertifikat verkaufen und wird dem Halter als jährliche THG-Prämie ausgezahlt.
Einsteiger-Block
Stell dir vor, du fährst ein reines Elektroauto und lädst es ein Jahr lang mit Strom. Der Gesetzgeber rechnet dir für diesen Ladestrom pauschal eine bestimmte CO2-Einsparung an, unabhängig davon, wie viele Kilometer du genau gefahren bist. Ein Mineralölkonzern, der seine eigene Minderungsquote nicht erreicht, kauft dir diese Einsparung ab, um seine gesetzliche Pflicht zu erfüllen. In der Praxis übernimmt ein Vermittler die Abwicklung, bündelt die Zertifikate vieler Halter und überweist dir dafür einen festen oder variablen Betrag. Du brauchst dazu nur einmal im Jahr ein Foto deiner Zulassungsbescheinigung Teil I hochzuladen.
Fortgeschrittene-Ebene
Die Höhe der Prämie folgt dem Markt für CO2-Zertifikate und schwankt mit Angebot und Nachfrage. Nach einem langen Preisverfall von 2023 bis 2025 hat sich der Markt 2026 erholt: Das verschärfte THG-Gesetz hat zweifelhafte Anrechnungsoptionen gestrichen und die Pflichtquote von 12 Prozent (2026) auf 17,5 Prozent (2027) angehoben, was die Nachfrage nach echten Einsparungen treibt. Feste Garantieprämien für E-Pkw lagen Ende Oktober 2026 bei rund 300 bis 400 Euro, die ersten Angebote fürs Quotenjahr 2027 streuten von etwa 135 bis 400 Euro. Verlässlich ist davon kein Betrag, der Markt bleibt volatil.
Voraussetzungen: Anspruch hat ausschließlich der im Fahrzeugschein eingetragene Halter eines reinen batterieelektrischen Fahrzeugs. Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen, und pro Fahrzeug lässt sich die Quote einmal je Kalenderjahr verkaufen.
Feste gegen variable Prämie: Bei einer festen Prämie garantiert dir der Anbieter einen Betrag und zahlt ihn nach der Zertifizierung durch das Umweltbundesamt aus. Bei einer variablen Prämie verkauft der Anbieter dein Zertifikat erst am Markt und reicht den Erlös später weiter, was eine höhere Auszahlung ermöglichen kann, dir aber das Preisrisiko überträgt. Wer sofort Geld will, bekommt es meist nur gegen einen Abschlag.
Steuerliche Behandlung: Bei privater Nutzung des Fahrzeugs unterliegt die Prämie als nicht steuerbare Leistung weder der Einkommensteuer noch der Umsatzsteuer. Gehört das Auto zum Betriebsvermögen, zählt der Erlös als Betriebseinnahme zu den steuerpflichtigen Einkünften. Beim Firmenwagen ist in der Regel der Arbeitgeber Halter im Fahrzeugschein und erhält die Prämie.
Rechtsgrundlage: Geregelt ist die Quote in der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung, zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote vom 1. Juni 2026. Den jährlichen Prozentsatz legt der Gesetzgeber fest, er steigt bis 2040 auf 65 Prozent. Die Meldung beim Umweltbundesamt muss für E-Fahrzeuge bis zum 15. November des jeweiligen Quotenjahres erfolgen, viele Vermittler schließen die Annahme früher.
Wer die THG-Quote versteht, ordnet sie richtig ein. Sie ist ein kleines Zusatzeinkommen für jeden Halter eines reinen Elektroautos, dessen Höhe stark mit dem Zertifikatspreis schwankt. Als Argument für oder gegen einen Autokauf taugt sie kaum, als jährlich mitgenommener Bonus von wenigen Minuten Aufwand aber durchaus.