THG-Quote
Was ist die thg-quote?
Die THG-Quote macht aus dem Ladestrom eines Elektroautos ein handelbares CO2-Zertifikat. Wie der Mechanismus funktioniert, wie viel Prämie bleibt und warum sie privat steuerfrei ist.
Die THG-Quote, ausgeschrieben Treibhausgasminderungsquote, verpflichtet Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, die damit verbundenen Treibhausgase um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu senken. Wer diese Vorgabe nicht aus eigener Kraft erfüllt, kann sich Minderungen von Dritten anrechnen lassen. Da der Strom für ein Elektroauto weniger Treibhausgase verursacht als der fossile Vergleichswert, entsteht beim Halter eine anrechenbare Einsparung. Diese Einsparung lässt sich als Zertifikat verkaufen und wird dem Halter als jährliche THG-Prämie ausgezahlt.
Einsteiger-Block
Stell dir vor, du fährst ein reines Elektroauto und lädst es ein Jahr lang mit Strom. Der Gesetzgeber rechnet dir für diesen Ladestrom pauschal eine bestimmte CO2-Einsparung an, unabhängig davon, wie viele Kilometer du genau gefahren bist. Ein Mineralölkonzern, der seine eigene Minderungsquote nicht erreicht, kauft dir diese Einsparung ab, um seine gesetzliche Pflicht zu erfüllen. In der Praxis übernimmt ein Vermittler die Abwicklung, bündelt die Zertifikate vieler Halter und überweist dir dafür einen festen oder variablen Betrag. Du brauchst dazu nur einmal im Jahr ein Foto deiner Zulassungsbescheinigung Teil I hochzuladen.
Fortgeschrittene-Ebene
Die Höhe der Prämie folgt dem Markt für CO2-Zertifikate und schwankt mit Angebot und Nachfrage. Je mehr Elektroautos zugelassen sind, desto mehr Einsparungen kommen auf den Markt, was den Preis pro Fahrzeug drückt. Aus den hohen Beträgen der Anfangsjahre 2022 und 2023, die teils bei rund 300 bis 400 Euro lagen, sind dadurch bis 2026 deutlich kleinere Summen geworden, die für feste Sofortprämien häufig zwischen rund 60 und 100 Euro liegen.
Voraussetzungen: Anspruch hat ausschließlich der im Fahrzeugschein eingetragene Halter eines reinen batterieelektrischen Fahrzeugs. Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen, und pro Fahrzeug lässt sich die Quote einmal je Kalenderjahr verkaufen.
Feste gegen variable Prämie: Bei einer festen Prämie garantiert dir der Anbieter sofort einen Betrag und zahlt ihn zügig aus. Bei einer variablen Prämie verkauft der Anbieter dein Zertifikat erst am Markt und reicht den Erlös später weiter, was eine höhere Auszahlung ermöglichen kann, dir aber das Preisrisiko überträgt.
Steuerliche Behandlung: Bei privater Nutzung des Fahrzeugs unterliegt die Prämie nicht der Einkommensteuer und bleibt damit für dich steuerfrei. Gehört das Auto zum Betriebsvermögen oder läuft es als Firmenwagen, zählt der Erlös zu den steuerpflichtigen Betriebseinnahmen.
Rechtsgrundlage: Geregelt ist die Quote in der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Den jährlichen Prozentsatz und seine Anhebung legt der Gesetzgeber fest, zuletzt durch das im April 2026 beschlossene Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote.
Wer die THG-Quote versteht, ordnet sie richtig ein. Sie ist ein verlässliches kleines Zusatzeinkommen für jeden Halter eines reinen Elektroautos, dessen Höhe in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Als Argument für oder gegen einen Autokauf taugt sie kaum, als jährlich mitgenommener Bonus von wenigen Minuten Aufwand aber durchaus.