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Festgeld

Festgeld oder etf?

Höhere Zinsen als Tagesgeld gegen vollständige Illiquidität: wann Festgeld ein sinnvoller Trade-off ist und ab welchem Horizont ein Geldmarktfonds besser abschneidet.

Festgeld ist kein Investment, sondern Liquiditätsparken mit Zinsaufschlag. Du legst einen Betrag für eine festgelegte Laufzeit (3 bis 60 Monate) zu einem garantierten Zinssatz an und kommst vorher nicht ran. Der Vorteil: Planbarkeit und aktuell attraktive Zinsen. Der Nachteil: vollständige Illiquidität während der Laufzeit. Für Geld, das du in X Monaten definitiv brauchst und bis dahin sicher anlegen willst, ist Festgeld sinnvoll. Für Geld, das du langfristig anlegen willst, nicht.

Wie Festgeld funktioniert

Du überweist einen Betrag an eine Bank, vereinbarst Laufzeit und Zinssatz. Die Bank legt den Zinssatz vertraglich fest; er ändert sich während der Laufzeit nicht, egal was am Markt passiert. Am Laufzeitende bekommst du Kapital + Zinsen zurück.

Kernmerkmale:

  • Zinssatz: fix für die gesamte Laufzeit
  • Mindestanlage: meist 500–5.000 €
  • Laufzeiten: 1 Monat bis 5 Jahre
  • Vorzeitige Kündigung: in der Regel nicht möglich (wichtigster Unterschied zum Tagesgeld)
  • Einlagensicherung: bis 100.000 € pro Bank und Anleger gesetzlich gesichert

Aktuelle Zinsen (April 2026)

LaufzeitZinssatz (beste Anbieter)Typische Anbieter
3 Monate2,5–3,0 %Renault Bank, CA Consumer Finance
6 Monate2,8–3,2 %Younited Credit, Banca Progetto
12 Monate3,0–3,5 %Klarna, HPBF, Banca Sistema
24 Monate2,8–3,2 %Trade Republic (täglich kündbar), Illimity Bank
36 Monate2,5–3,0 %CA Consumer Finance

Die besten Festgeldzinsen kommen oft von EU-Auslandsbanken über Plattformen wie Weltsparen, Raisin oder Zinspilot, mit EU-Einlagensicherung, aber je nach Land unterschiedlicher Sicherungsgrenze (Deutschland: 100.000 €, faktisch deutlich mehr über freiwillige Sicherungssysteme).

Festgeld vs. Geldmarktfonds vs. ETF

FestgeldGeldmarktfondsKurzläufer-ETFAktien-ETF
Rendite p.a. (aktuell)3,0–3,5 %~3,0–3,5 %~3,0–4,0 %~7 % historisch
Liquidität✗ gebunden✓ täglich✓ börsentäglich✓ börsentäglich
Kapitalschutz✓ Einlagensicherung✓ Sondervermögen◎ Kursschwankungen✗ schwankend
Zinsrisiko✗ bei langer Bindung◎ kurzfristig angepasst◎ durationsabhängig✗ n/a
SteuernAbgeltungssteuerAbgeltungssteuerAbgeltungssteuerAbgeltungssteuer

Wann Festgeld sinnvoll ist

Ja, wenn:

  • Du weißt, wann du das Geld brauchst (z.B. Auto in 12 Monaten, Urlaub, Renovierung)
  • Du garantierte Rendite einem schwankenden Wert vorziehst
  • Das Geld nicht für Notfälle vorgesehen ist (dafür: Tagesgeld)
  • Der Anlagehorizont unter 2 Jahren liegt

Nein, wenn:

  • Du flexiblen Zugriff benötigst → Tagesgeld oder Geldmarktfonds
  • Du länger als 3 Jahre anlegen kannst → Aktien-ETF mit höherem Renditepotenzial
  • Du auf steigende Zinsen setzt → Festgeld bindet dich am aktuellen Satz

Das Zinsänderungsrisiko bei langen Laufzeiten

Wer 36-Monats-Festgeld zu 2,8 % abschließt und ein Jahr später sind Zinsen auf 4,5 % gestiegen, sitzt mit schlechteren Konditionen fest. Bei kurzen Laufzeiten (3–12 Monate) ist dieses Risiko überschaubar. Bei 2–3 Jahren lohnt es sich, die aktuelle Zinskurve zu lesen: Wenn Kurzläufer mehr rentieren als Langläufer (invertierte Zinskurve), spricht das für kurze Festgeldlaufzeiten.

Festgeld ist das richtige Instrument für Geld mit Zweck und Datum. Wer in 12 Monaten 15.000 € für eine Küche braucht, legt sie sinnvoller bei 3,2 % fest als auf dem Tagesgeldkonto bei 2,0 %. Wer kein Datum hat, braucht kein Festgeld, sondern entweder einen Geldmarktfonds für die Liquiditätsreserve oder einen ETF-Sparplan für den Vermögensaufbau. Festgeld ist kein Investmentprodukt, sondern ein Liquiditäts-Trade-off.