Mechanismus

Duration

Was ist duration bei anleihen?

Duration bei Anleihen erklärt: Wie du die Zinssensitivität präzise misst, warum eine Duration von 7 bei +1 % Zinsanstieg 7 % Wertverlust bedeutet, mit Rechner.

Duration ist der gewichtete durchschnittliche Zeitpunkt, zu dem eine Anleihe ihre Cash Flows zurückzahlt, gemessen in Jahren. Gleichzeitig ist sie das präzise Maß für die Zinssensitivität: Eine Anleihe mit Duration 7 verliert bei einem Zinsanstieg von 1 % ca. 7 % an Wert. Die Modified Duration macht diese Beziehung direkt nutzbar: ΔKurs ≈ −Modified Duration × ΔZins.

Einsteiger-Block

Zwei Anleihen, beide mit 3 % Kupon:

LaufzeitBei +1 % ZinsKursverlust
2 Jahre (Duration ~1,9)98,10 €−1,9 %
10 Jahre (Duration ~7,5)92,50 €−7,5 %

Die 10-jährige ist viel empfindlicher gegenüber Zinsänderungen, weil du 10 Jahre auf den Großteil des Geldes warten musst.

Startkurs

100 €

100% Nominal

Preisänderung

-2.5%

Kursverlust

Neuer Kurs

97.5 €

Nach Zinsänderung

Formel: Kursänderung ≈ -Duration × Zinsänderung

Interpretation: Höhere Duration = höheres Zinsrisiko. Bei Zinsanstieg sinken Anleihekurse, bei Zinsfall steigen sie.

Macaulay vs. Modified Duration

  • Macaulay Duration: Der mathematisch akkurate Zeitpunkt in Jahren
  • Modified Duration: Die praktisch nutzbare Zinssensitivität in %

Für Anleihen-Investoren ist Modified Duration das wichtigere Konzept.

Der Anleihen-Crash 2022 erklärt

Die Duration-Approximation ist linear, der tatsächliche Kurs-Zins-Zusammenhang ist konvex. Bei +3,5 % Zinsanstieg 2022 × Duration 7–8 = 20–28 % Verlust für Anleihen-ETFs. Genau das ist passiert, nicht wegen Kreditrisiko (Staatsanleihen!), sondern wegen Duration × Zinsanstieg.

Wer Duration versteht, kauft keinen Anleihen-ETF ohne seine Duration zu kennen. Und er versteht, warum „sichere” Staatsanleihen-ETFs 2022 zweistellig verloren: ein Lehrstück über den Unterschied zwischen Kreditrisiko und Zinsrisiko.