Korrelation
Was ist korrelation bei aktien?
Korrelation: Das Maß für gemeinsame Bewegungen
Korrelation misst, wie stark zwei Assets gleichzeitig steigen oder fallen. Der Wertebereich geht von −1 bis +1:
- −1: Perfekt gegenläufig (wenn A steigt, fällt B immer)
- 0: Unabhängig (keine Beziehung)
- +1: Perfekt gleichläufig (A und B bewegen sich immer zusammen)
Für ein Portfolio ist eine hohe Korrelation der Feind, sie bedeutet, dass Diversifikation kaum funktioniert.
Das größte Risiko: Instabile Korrelationen
Die wichtigste Erkenntnis: Korrelationen sind instabil. Assets, die in normalen Marktphasen niedrig korreliert scheinen, können in Krisen (Crash, Liquiditätsengpass) plötzlich hochkorreliert sein. genau dann, wenn Diversifikation gebraucht wird.
Beispiel 2022:
- Historisch: Aktien und Staatsanleihen waren oft negativ korreliert
- 2022: Beide fielen gleichzeitig (positive Korrelation), weil Inflation beide gleichzeitig bestraft
Ein praktisches Beispiel
Du hast zwei Positionen:
-
DAX-Konzern A und MSCI-World-ETF B. hohe Korrelation
- Markt fällt 10 %: A fällt 12 %, B fällt 10%
- Jeder % Markt-Bewegung wird von A verstärkt
-
Gold hinzufügen. niedrige Korrelation
- Markt fällt 10 %: Gold steigt oft 3–5%
- Gold bringt weniger Rendite, aber glättet Crashes
Ein 90/10-Portfolio aus Aktien und Gold schläft manchmal ruhiger als ein 100 %-Aktienportfolio, nicht wegen Rendite, sondern wegen Korrelation.
Korrelation:
- +1.0: Perfekt positiv (gleiche Bewegung)
- 0.0: Keine Korrelation (unabhängig)
- -1.0: Perfekt negativ (entgegengesetzt)
Für Diversifikation: Suche Assets mit niedriger oder negativer Korrelation.
Häufige Fehler bei Korrelations-Annahmen
Fehlinterpretation 1: “Unterschiedliche Namen = niedrige Korrelation”
Ein S&P-500-ETF und ein MSCI-World-ETF haben Korrelation ~0,95, weil der S&P 500 ~65 % des MSCI World ausmacht.
Fehlinterpretation 2: “Historische Korrelation ist stabil”
Historisch: Aktien ↔ Staatsanleihen oft negativ. Heute: Oft positiv. Korrelationen sind kein Naturgesetz, sie ändern sich mit Marktregimen.
Fehlinterpretation 3: “Zwei Asset-Klassen reichen für Diversifikation”
Zwei nicht-korrelierte Assets helfen, aber bei drei oder mehr können komplexere Strukturen entstehen, bei denen zwei sind hoch korreliert, während die dritte unabhängig ist.
Δ-Moment: Die richtige Frage beim Depot-Aufbau
Wer Korrelation versteht, kauft keine zweite Aktien-ETF “zur Diversifikation”, er fragt zuerst:
“Wie hoch ist die Korrelation zu dem, was ich bereits habe?”
Und er überprüft seine Allokation nach Marktregimewechseln. z.B, nach einer Phase, in der historische Diversifikatoren plötzlich hoch korreliert wurden.